Heute schon an morgen denken!

Wie das geht? In dem man z.B. einen Apfelbaum pflanzt. Ute Koczy griff die Baumpflanzaktion der grünen Bundestagsfraktion zu Rio auf und spendete am Dienstag, den 17. April 2012 eine Biesterfelder Renette. Die Patenschaft für die Apfelbaumpflege in Detmold-Klüt übernimmt der NABU, Kreisverband Lippe.

Detmold-Klüt
Es war bestens vorbereitet. Hans-Dieter Wiesemann hatte in seinem naturnahen Garten das Loch für die Pflanzaktion ausgehoben, der junge Baum stand bereit. Er soll auf die Nachhaltigkeitskonferenz in Rio de Janeiro, Brasilien, hinweisen. Dort findet im Juni 20 Jahre nach der ersten Rio-Konferenz ein weiteres internationales Treffen statt. Ein Ziel: Schutz der Artenvielfalt (Biodiversität). Wo es früher Hunderte von Apfelsorten gab, sind heute nur noch 15 im Handel, nur noch eine Handvoll Sorten sind den Menschen bekannt. Daher soll die Pflanzung der alten Sorte Biesterfelder Renette ein Zeichen für die Zukunft sein!

Die Biesterfelder Renette in Detmold-Klüt.

Die Biesterfelder Renette in Detmold-Klüt.

Zusammen mit Landschaftsführer Meier, Frau Wiesemann, Frau Stukenbrok und Frau Arndt wurde die Abgeordnete zuvor noch über die Arbeit des NABU informiert. Denn seit 1987 ist der NABU Detmold aktiv, kleinräumige Biotopverbünde zu schaffen, um damit die Artenvielfalt vor Ort zu stabilisieren. Alarmierend ist, dass es einen rapiden Verlust an gliedernden Hecken und Baumreihen in der Feldflur gibt und dass durch die Intensivierung der Landwirtschaft dies auch klimaschädliche Auswirkungen hat. Seit 1987 hat der NABU deswegen Biotopverbundprojekte angestoßen, die sich inzwischen auf 44,4ha Fläche summieren.

Dann kam der Griff zum Spaten. Der junge Baum im zur Krone angepassten Wurzelschnitt wurde in einen gegen Mäuse schützenden Drahtverhau eingesetzt, mit Erde umgeben und stark gewässert. Schließlich wurde die Renette noch am Holzstamm festgebunden, damit ihre jetzt wachsenden, feinen Wurzeln nicht bei jedem Wind in der Erde abreißen. 10 Jahre lang muss der Baum dann beschnitten werden und erst dann braucht es nur alle 5 Jahre einen Schnitt. Daher ist es mit einer Baumspende nicht getan. Der Dank der Abgeordneten für die Pflege ging demnach auch an Herrn Wiesemann, der auf bemerkenswerte Art in seinem Garten Naturnähe zeigt. Bemerkenswert war für Frau Koczy auch, dass die türkische Pächterin seit Jahren Teile des Grundstücks für den Gemüseanbau nutzt und es ihr gelingt, sogar Paprika zu ziehen.

Herr Meier nutzte die Gelegenheit und sprach ein anderes Thema an: den Dreiflußstein. Was das ist? An diesem Gedenkstein im Teutoburger Wald treffen sich die drei Flussgebiete Weser, Ems und Rhein. Naturschutz bedeutet auch Gewässerschutz! Wer die Arten schützen will, muss auch für besseres Wasser sorgen und sich für eine gute Wasserrahmenrichtlinie einsetzen. Mit diesem Auftrag war die Baumpflanzaktion für die Rio-Konferenz in Detmold-Klüt abgeschlossen.

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