Yasuní-ITT und weitere Infos

Was wird aus dem Nationalpark Yasuní in Ecuador? Gibt es Neuigkeiten aus der deutschen Szene?

Yasuní-ITT steht für den Vorschlag aus Ecuador, das Ölfeld ITT (Abkürzung Ishpingo, Tambococha und Tiputini, drei Flüsse, die das Ölfeld in etwa begrenzen) gegen hälftige Kompensationszahlungen aus dem Ausland im Boden zu lassen. Doch dieser Vorschlag scheiterte, Präsident Correa verkündete das endgültige Ende der Initiative im August 2013. Diese Aufkündigung stieß auf Proteste in Ecuador. Ein breites Bündnis „Yasunidos“ sammelte Unterschriften für ein Referendum, das bis Ende April 2014 Unterschriften von fünf Prozent der Wahlberechtigten in Ecuador vorlegen sollte. 757.623 Unterschriften zusammen, die das Ziel von 583.000 Unterschriften weit übertrafen. Allerdings wurden diese Unterschriften in einem dubiosen Prozedere der Detailprüfung unter die offiziell nötige Marge gerechnet. Als erstes wurden 157.601 Unterschriften für ungültig erklärt und nach der Detailprüfung waren es schließlich nur noch 359.761 Unterschriften. Eine Beteiligung der Opposition bei der Überprüfung der Unterschriften war nicht vorgesehen.
Alles in allem zeigt dies, wie schwer es die BefürworterInnen für den Schutz des Regenwaldes und des Nationalparkes haben, ihre Position durchzusetzen. Nicht unerwähnt bleiben soll in diesem Zusammenhang auch die vom Staat verordnete Schließung der bekannten „Fundacion Pachamama“ am 4.Dez. 2013.

Aktivitäten in Deutschland:
14. Mai 2014: Challenge Yasuní-ITT: Die Zukunft der Demokratie
Die YASUNÍ-ITT Initiative aus Ecuador ist Namensträgerin einer Ausstellung. Sie fordert die internationale Gemeinschaft auf, die Erschließung von : Erdölfeldern im Yasuní-Nationalpark zu verhindern. Stella Veciana und Dan Norton haben mit Yasuní-Expert/innen und Vertreter/innen indigener Völker aus Ecuador Video-Interviews geführt und zeigen diese in der Heinrich-Böll-Stiftung vom 14.-bis 27.Mai 2014!

Zwar ist die ITT-Initiative offiziell für gescheitert erklärt worden – dennoch gibt es in einer anderen, kleineren Form Unterstützung für das Biosphärengebiet Yasuní. Am 13. und 14. Februar 2014 fanden deutsch-ecuadorianische Regierungskonsultationen in Quito statt, bei denen beide Partner die Fortführung des gemeinsamen Sonderprogramms Biosphärenreservat Yasuní beschlossen
Für das Programm werden vom BMZ und BMUB gemeinsam 24,5 Millionen Euro bereitgestellt. Es soll die Biodiversität und den Schutz des Waldes sichern und zugleich die indigenen Völker in der Region unterstützen. Die ecuadorianische Umweltministerin Lorena Tapia betonte die Bedeutung des Programms als wertvollen Beitrag zum Biodiversitätsschutz und für die Armutsbekämpfung im Land.
Auch für das Programm „Waldschutz (SocioBosque) und REDD“ wurden 10 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Letzteres sehe ich kritisch, denn die Erfahrungen der Einheimischen mit REDD sind nicht positiv und ernten viel Kritik.

Wer sich umfassend informieren will, ein Artikel von Cathrin Klenck „Rückschlag für die post-fossile Zukunft“ in der Zeitschrift Forum Umwelt&Entwicklung fasst die wichtigsten Ereignisse bis Ende 2013 sehr gut zusammen:
http://www.forumue.de/fileadmin/_temp_/FORUM_Rundbrief0413_web_01.pdf

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