Von Windkraft bis Biogas

Energietour der Grünen führte durch Porta Westfalica, Bad Oeynhausen und Hille

Öl, Erdgas, Kohle – all dies ist endlich. In den kommenden Jahrzehnten werden die Reserven sämtlicher fossiler Brennstoffe fast aufgebraucht sein. Damit werden die Preise für die meisten Menschen nicht mehr zu bezahlen sein.

Was tun? Die Alternativen sind erneuerbare Energien. Auf ihrer „Energietour“ haben Bündnis 90/Die Grünen im Kreis Minden-Lübbecke in Kooperation mit dem Wahlkreisbüro von Ute Koczy am 30. Juni 2012 interessierten Bürgerinnen und Bürgern Chancen, aber auch Fragen zur Energiewende näher gebracht. Initiiert wurde die Tour von der grünen Arbeitsgemeinschaft „OWL Erneuerbar“, die mit solchen Energiebustouren Projekte in Ostwestfalen-Lippe konkret sichtbar machen will.

Knapp 30 Personen nutzten die Möglichkeit sich mit Ute Koczy und Wibke Brems, Sprecherin für Energie- und Klimapolitik der Grünen im Landtag NRW, über ein Windenergieprojekt, energieeffiziente Altbausanierung und Biogas zu informieren. Mit dabei waren zahlreiche Minden-Lübbecker BUND-Mitgliedern, die die energiepolitischen Positionen der Grünen kennenlernen wollten.

Richtig spannend war der Vortrag von Geschäftsführer Könemann über die Planungen eines Windkraftrades in der Nähe des selbst angelegten Naturschutzgebietes im Kieswerk. Welcher Aufwand betrieben wird und was für Kosten allein für die Planungen entstehen, machten den ZuhörerInnen deutlich, wie kompliziert das Entscheidungsverfahren ist, wenn es um den Schutz seltener Vogelarten geht. Es wäre gut, wenn es tatsächlich gelänge, an diesem Standort die Interessen des mittelständischen Betriebes mit denen des Naturschutzes in Einklang zu bringen, vor allem, weil das Unternehmen selbst viel für die Biodiversität am Standort tut.

Am Beispiel der Villa Valentino in Bad Oeynhausen konnten alle erfahren, dass Energieeinsparung und Energieeffizienz auch in einem denkmalgeschützten Gebäude sehr ästhetisch und komfortabel sein kann. Die mineralische Innendämmung, die große Holzpelletsheizung im Keller und die Rekonstruktionen an der Außenfassade fanden besonderes Interesse.

Eine Mittagspause im Restaurant „Gesellschaft im Kurpark“ in Hille brachte neue Energie für die neugierigen Reisenden und Informationen von Wibke Brems zum Netzentwicklungsplan. Schließlich wurde im rot-grünen Koalitionsvertrag 30% Strom aus Erneuerbaren Energien bis 2025 festgeschrieben, davon 15 % aus Windkraft.

Bei der letzten Station erläuterte Dr. Burghard Schulte, Geschäftsführer des Abfallentsorgungszentrums Pohlsche Heide, im neuen Konferenzsaal das innovative Energiekonzept des Kreises Minden-Lübbecke und den Betrieb der im Januar 2012 eingeweihten Biogasanlage. Besonderes Interesse fand das Pilotprojekt zur Neubewertung von ca. 8000 Tonnen Deponiematerial auf Wiederverwertung mit Unterstützung des Bundesumweltministeriums.

Zurück auf dem Weg zum Treffpunkt am Bahnhof Porta Westfalica waren sich alle einig: Auf den Weg zur Vision von 100% Erneuerbar in der Region gibt es viel zu tun. Die Grünen in Kreis Minden-Lübbecke werden dazu weitere Fachveranstaltungen anbieten.

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