Weltkulturerbe schützen – Reisebericht Oktober 2011

Weltnaturerbe Yasuní schützen – auf Delegationsreise in Ecuador

Aras, Boas und Totenkopfäffchen – für mich als Reisende in den Amazonas blieben keine Wünsche offen. Aber die dauerhafte Rettung des Yasuní-Nationalpark ist eine Mammutaufgabe.

Eine Lösung finden – unter diesem Motto reisten wir vier Abgeordneten vom 5.-10.Oktober 2011 nach Ecuador. Auf Einladung der Verhandlungsführerin der ecuadorianischen Regierung für die ITT-Initiative, Ivonne Baki, fuhren Delegationsleiter Volkmar Klein (CDU), Lothar Binding (SPD), Sabine Stüber (Linke) und ich im Auftrag des Bundestages zu offiziellen Gesprächen nach Quito und in den Yasuní-Nationalpark.

Zum Hintergrund:
Aktuelle wissenschaftliche Studien belegen, dass der Yasuní-Nationalpark im Amazonas von Ecuador in der artenreichsten Region des gesamten amerikanischen Kontinents liegt. Er gehört damit zu den wichtigsten „Hot-Spots“ der Biodiversität der Welt. Doch dieses Paradies ist bedroht, nicht nur durch Abholzung, sondern vor allem durch Ölförderung. Nach über 40 Jahren einer umweltschädigenden Ölförderung trat 2007 der frisch gewählte Präsident Rafael Correa an die Weltöffentlichkeit und schlug vor, dass die riesigen Ölfunde unter einem kleinen Teil des Yasuní nicht gefördert werden sollen. Stattdessen sollte sich die internationale Gemeinschaft dazu bereit erklären, die Hälfte der entgangenen Einnahmen zu kompensieren.
In Deutschland stieß dieser innovative Vorschlag auf große Resonanz und wurde vom gesamten Bundestag unterstützt. Die Regierung erhielt damals den Auftrag, nach Wegen zu suchen, die Idee umzusetzen. Die Lösung hieß, dass ein Treuhandfonds gegründet werden sollte, damit die dort eingehenden Mittel für Maßnahmen und Projekte in Ecuador genutzt werden könnten. Doch nach dem Regierungswechsel in Deutschland kam es zum Meinungsumschwung im Entwicklungsministerium. Eine Einzahlung in den Treuhandfonds kommt für Minister Dirk Niebel (FDP) nicht in Frage, allerdings steht die Option der Unterstützung für andere soziale Projekte und Waldschutzmaßnahmen. Da Präsident Correa angekündigt hat, dass beim Nichterreichen von Einzahlungen von 100 Mio. USD bis Ende 2011 das Öl gefördert werden würde, droht das Scheitern dieser innovativen Idee.
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