Minden-Haddenhausen: Baumpflanzaktion„Roter Berlepsch“ für mehr Artenvielfalt

„Heute schon an morgen denken!“ Unter diesem Motto wurde der junge Trieb einer alten Apfelsorte am 18.04.2012 im Vorfeld der Nachhaltigkeits-Konferenz in Rio eingesetzt.

Zusammen mit den SchülerInnen der Waldorfschule Minden-Haddenhausen kam der Rote Berlepsch am Rande des schuleigenen Bioackers in die Erde. Gespendet von Ute Koczy übernehmen die Baumfreunde Minden, eine Projektgruppe im BUND Minden-Lübbecke, die Patenschaft. Elisabeth und Lothar Schmelzer hatten die Aktion vorbereitet. Die SchülerInnen standen mit Spaten ausgerüstet bereit und gruben ein großes Loch für den Apfelbaum. So werden im Rahmen eines Pilotprojektes „vom Schulbioacker auf den Mensatisch“ praktische landwirtschaftliche Erfahrungen gesammelt. Und die Ernte des Apfelbaumes wird der schuleigenen Mensa für den Biospeiseplan zur Verfügung gestellt.

Während des Baumpflanzens wurden die einzelnen Arbeitsschritte von Rainer Müller-Held, Gartenarchitekt und grünes Ratsmitglied in Bad Oeynhausen erläutert. Mit Gartenschere ausgerüstet, gab er Tipps zum Baumschnitt und zur Baumpflege. Auch hatte er viele Informationen zu alten Apfelbaumsorten parat.

„Wir unterstützen diese Aktion sehr gerne, da sie unseren SchülerInnen auch zeigt, wie man aktiven Naturschutz betreibt“, betonte Walddorflehrer Hartmut Karge. Nachdem der Baum, zur Standfestigkeit von zwei Holzpfählen umgeben, mit reichlich Wasser versorgt war, gab es noch einen besonderen Abschluss. Feierlich wurde von Überraschungsgast Helga Lydia Welker-Schwab ein Gedicht von Ludwig Uhland mit dem Titel „Einkehr“ vorgetragen. So bekam die Baumpflanzaktion in Minden für die Rio-Konferenz noch einen poetischen Abschluss.

Ludwig Uhland – Einkehr

Bei einem Wirte, wundermild;
da war ich jüngst zu Gaste;
ein goldner Apfel war sein Schild
an einem langen Aste.

Es war der gute Apfelbaum,
bei dem ich eingekehret;
mit süßer Kost und frischem Schaum
hat er mich wohl genähret.

Es kamen in sein grünes Haus
viel leichtbeschwingte Gäste;
sie sprangen frei und hielten Schmaus
und sangen auf das beste.

Ich fand ein Bett zu süßer Ruh
auf weichen, grünen Matten;
der Wirt, er deckte selbst mich zu
mit seinem kühlen Schatten.

Nun fragt‘ ich nach der Schuldigkeit,
da schüttelt‘ er den Wipfel.
Gesegnet sei er allezeit
von der Wurzel bis zum Gipfel!

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