Lizenz zum Fördern: Yasuní-ITT für Schwerölausbeute weiter mißbraucht

Lizenz zum Fördern: Yasuní-Nationalpark wird im Block-ITT für Schwerölausbeute mißbraucht

Die Ticker brachten die Neuigkeiten am Freitag, den 23. Mai 14 über den Atlantik. Der Yasuní-Nationalpark wird auch unter dem linken Präsidenten Rafael Correa kurzsichtigen Interessen geopfert.  Nun hat der Staat Ecuador die Förderlizenz im Gebiet ITT an die staatseigene Ölfirma erteilt. 

Der Traum ist aus – und die Vision Ecuadors auch an dem Desinteresse der Weltgemeinschaft gescheitert, diesen Hot Spot der Biodiversität zu schützen. Die vielen Millionen, die mit dem Verkauf des Öl dem Land nutzen sollen, sind in diesem sich entwickelnden Land sicherlich ein Argument. Leider zeigt die Geschichte der Erdölförderung in Ecuador, dass sich wenige bereichert und der Allgemeinheit viele Schulden  hinterlassen wurden. Dass die Ölförderung bislang auch ein Desaster im Regenwald hinterlassen hat, die toxischen Altlasten bis heute nicht beseitigt sind und die staatliche Pipeline SOTE ein veraltetes technisches Wrack ist, ist besorgniserregend. Wenn seit geraumer Zeit auch noch die Umwelt- und Naturschutzverbände wegen ihres kritischen Engagement politisch diskreditiert werden, die Presse immer stärkeren Druck unterliegt und die Referenden auf dubiose Weise ausgebremst werden, dann kommen schwierige Zeiten auf Ecuador zu.

Doch dass der Schutz von Natur und Wildnis keine Priorität haben  und Erkenntnisse über die Gefahren des weiteren CO2 Ausstoßes ignoriert werden, kenne ich auch aus meinem eigenen Land. Deswegen muss das Engagement weiter gehen und die internationale kritische Aufmerksamkeit noch größer werden!

Daher erlaube ich mir auch, die Presse der Grünen aus dem Bundestag aufzunehmen:


» PRESSEMITTEILUNG NR. 0416-14

18. WP – 23.05.2014

Erdölförderung im Yasuní-Nationalpark: Folgenschwerer Fehler

Zur geplanten Erdölförderung im ecuadorianischen Yasuní-Nationalpark erklären Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender und Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

Die nun erteilte Erlaubnis zur Erdölförderung im Yasuní-Nationalpark ist eine Katastrophe für den einzigartigen Naturraum. Der Nationalpark liegt in einer Region mit der größten Artenvielfalt weltweit und ist zudem Heimat für viele indigene Bevölkerungsgruppen. Präsident Correa hat den Erhalt von Yasuní kurzsichtigen Egoismen und Befindlichkeiten geopfert. Und die internationale Gemeinschaft hat trotz der von Ecuador gebotenen Möglichkeit das zu verhindern, zu wenig getan.

Maßgeblichen Anteil am Scheitern hatte die schwarz-gelbe Koalition mit ihrem Entwicklungsminister Niebel. Sie ist mitverantwortlich dafür, dass Präsident Correa den beiden größten ökologischen Bedrohungen der Menschheit Vorschub geleistet: dem Artensterben und dem Klimawandel. Es ist für Ecuador, aber auch für die internationale Gemeinschaft ein folgenschwerer Fehler. Statt alles dafür tun, damit Einsparung, Effizienz und Erneuerbare Energien unsere Energiewirtschaft prägen, wurde wieder auf schmutziges Öl gesetzt.

Besonderes Augenmerk muss die internationale Gemeinschaft aber auch auf den innerstaatlichen Umgang mit Kritikern des Projekts legen, die von der ecuadorianischen Regierung kriminalisiert werden. Demokratische Beteiligung und Teilhabe sind universelle Rechte, die genau so wenig Profitinteressen geopfert werden dürfen, wie der Erhalt der Umwelt.

 

 

Weiteres:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/yasuni-nationalpark-in-ecuador-erdoel-foerderung-ist-nun-erlaubt-a-971217.html

 

 

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