Das Gute Leben! – Modebegriff oder steckt mehr dahinter?

Seit einiger Zeit hört man häufiger den Begriff „Das gute Leben“. Gemeint ist ein Perspektivwechsel weg vom reinen Wirtschaftswachstum und hin zur Achtung der Natur, gesellschaftlicher Solidarität, kulturellen Werten, Partizipation und zu einem Fokus auf Lebensqualität. Diese Debatten nehmen auch im politischen Raum zu.

In den 1970er Jahren führte Bhutan das Bruttonationalglück als Alternative zum Bruttonationaleinkommen ein. Ecuador und Bolivien haben 2008 und 2009 das gute Leben in ihre Verfassungen aufgenommen. In der jetzigen 17. Wahlperiode beschäftigt sich die Enquete-Kommission des Bundestags „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ mit alternativen Wachstumsmodellen. Doch obwohl inzwischen durch dieWissenschaft vielfach belegt ist, dass die planetarischen Grenzen überschritten sind, hält schwarz-gelb unbeirrt amWachstumsglauben fest.

Die Debatten rund um das gute Leben zeigen, warum unser Entwicklungsverständnis überholt ist und unsere entwicklungspolitischen Instrumente und Ansätze auf den Prüfstand gehören. Die hier vorgestellten Konzepte vom guten Leben, insbesondere Buen Vivir und Ubuntu, beruhen auf ganzheitlichen Ansätzen. Diese bieten Grundlagen, um in allen Lebensbereichen – wie Gesellschaft, Umwelt, Politik, Wirtschaft – die individuelle und kollektive Lebensqualität zu verbessern und gleichzeitig das Überleben unseres Planeten zu sichern.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie ernst dieser Begriff in den Ländern Lateinamerikas genommen wird, wer diese Ansätze vorantreibt und ob mit dem Begriff nur eine Sehnsucht aufgegriffen wird, ohne dass sich tatsächlich etwas ändert.

Dieses Hintergrundpapier will Diskussionsgrundlage sein und darlegen, was die verschiedenen Konzepte zum guten Leben bieten ist und was wir aufgreifen sollten.

DIE IDEE VOMGUTEN LEBEN IST NICHT NEU

Der Grundgedanke vom guten Leben ist nicht neu. Schon Aristoteles beschäftigte sich mit dem Modell eines guten Lebens, zu dessen Gewährleistung der Staat sich gegenüber seinem Volk verpflichtet. Aristoteles bezeichnete dies mit dem Wort „eudaimonia“- was wir mit Glück übersetzen. Er versuchte die verschiedenen Wesensformen des Glücks zusammenzufassen. Glück – also ein gutes Leben – ist für Aristoteles das eigentliche Ziel aller Menschen, nach dem es zu streben gilt. Auch Rousseaus Gesellschaftsvertrag schlägt die gemeinsame Gestaltung eines gesellschaftspolitischen Lebens unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des Individuums vor.

„Progress should be people-oriented“ Jigme SingyeWangchuck, König von Bhutan

Bestandteil vom guten Leben ist auch das Konzept einer Postwachstumsgesellschaft. Die Wachstumsdebatte wird allerdings in einem breiteren Kontext geführt. Ökonomen wie Herman Daly, Tim Jackson oder Niko Paech haben den Begriff geprägt und stellen ihn in die Reihe alternativer Lebenskonzepte. In Deutschland wird heute viel über ganzheitliche bzw. alternative Lebensstile gesprochen. Diese regen dazu an, weniger und bewusster zu konsumieren sowie regional und lokal zu produzieren, Fahrrad statt Auto, Zug statt Flugzeug zu benutzen. DerWirtschaftswissenschaftler Nico Paech beschreibt den Übergang in eine Postwachstumsökonomie in fünf Schritten, bei denen der Fokus auf Reduzierung des Konsums, dem Aufbau regionalerWirtschaftskreisläufe und alternativen Versorgungsstrukturen wie z.B. Community-Gärten liegt. Die Debatte zur Postwachstumsgesellschaft steht zwar für sich. Allerdings gibt es Überschneidungen mit der Idee des guten Lebens, bei denen sich anknüpfen lässt. Auch die Ansätze von Michael Braungart, wie das der „cradle to cradle“ (von der Wiege zur Wiege), in dem Materialströme ohne Abfall, Verzicht und Einschränkungen (Ökoeffizienz) funktionieren sollen, bieten Anregungen.

BUEN VIVIR – ein lateinamerikanisches Konzept

Das Konzept von Buen Vivir (Ecuador) bzw. Sumak Kawsay (Quechua) oder Vivir Bien (Bolivien) bzw. Suma Qamana (aymara) ist aus dem langen Emanzipationsprozess der indigenen Bevölkerung Lateinamerikas entstanden. Als Kampfansage an das postkoloniale Machtgefüge werden traditionelles Wissen und Erfahrungen der indigenen Bevölkerung in den gesellschaftlichen Diskurs eingebracht. Soziale Ungleichheiten sollen mit Buen Vivir reduziert, die Mechanismen der nationalen Wirtschaft überdacht und überwunden werden. Besonders wichtig ist die Schaffung eines Raums, in dem zivilgesellschaftliche Partizipation möglich ist: Es geht auch darum, den an westlichem Fortschritt orientierten Begriff der „Entwicklung“ zu überwinden – denn er ist im Konzept von Buen Vivir schlichtweg nicht existent.

Buen Vivir betont das Leben in der Gemeinschaft und das Recht der Natur, strebt einen Gleichgewichtszustand an und respektiert Diversität. Damit stellt es den westlichen Wachstumsgedanken in Frage und versucht, bestehende Denk- und Verhaltensmuster der westlichen Welt aufzubrechen.

Das Buen Vivir-Konzept wurde 2008 in die ecuadorianische und 2009 in die bolivianische Verfassung aufgenommen. Diese werden als transitive Verfassungen bezeichnet und sollen damit mehr eine Richtung vorgeben, als einen Zustand festzuschreiben. In der bolivianischen Verfassung wird das Konzept Vivir Bien in Artikel 8 eingeführt, in dem es um grundlegende Prinzipien und Werte des Staates geht. Auch den Bereichen Bildung und Wirtschaft, Artikel 80 und 306, ist die Verbesserung der Lebensqualität und Vivir Bien zu Grunde gelegt. In der ecuadorianischen Verfassung ist „Das Regime des guten Lebens“ einer der neun Unterabschnitte der Verfassung. In diesem Abschnitt werden „Rechte des guten Lebens“ festgelegt und mit den wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechten in Verbindung gesetzt. Darüber hinaus taucht Buen Vivir über 20 Mal in der Verfassung auf. Konkrete politische Handlungen, die sich neben der Yasuní-ITT-Initiative in Ecuador bislang aus Buen Vivir ergeben haben, ist z.B. eine Stipendienprogramm, welches knapp 3000 StudentInnen ein Studium im Ausland ermöglicht.

Yasuní-ITT: Ein konkretes Beispiel für El Buen Vivir!

Das wohl bekannteste Projekt, seitdem Buen Vivir in der ecuadorianischen Verfassung verankert wurde, ist die Yasuní-ITT-Initiative. Trotz des Schutzgebiet-Status wurde seit 1967 im Yasuní- Nationalpark Rohöl gefördert. Mit der neuen Verfassung von 2008 wurde die theoretische Möglichkeit geschaffen, dass Öl im Block ITT (Ishpingo-Tambucocha-Tiputini) im Rahmen von Buen Vivir zum Schutz der Biodiversität und der lokalen Bevölkerung im Boden zu belassen. Im Gegenzug soll die internationale Gemeinschaft Ecuador für die Hälfte der Einnahmen, auf die das Land durch die Nicht- Förderung des Öls verzichtet, kompensieren.

Das Buen Vivir erfordert, dass Personen, Gemeinschaften, Völker und Nationen tatsächlich im Besitz ihrer Rechte sind und ihre Verantwortung im Kontext ihrer Diversität und des harmonischen Zusammenlebens mit der Natur ausüben (Ecuadorianische Verfassung)

Yasuní ist die Realisierung eines Ansatzes, der den Stellenwert von Natur neu denkt. Gleichzeitig postuliert er aber eine konkrete politische Agenda und steht so im Kontext von Buen Vivir. Kritisiert wird, dass das Projekt durch die vorgesehenen Kompensationszahlungen erneut die hegemoniale Abhängigkeit verstärkt, die durch Buen Vivir eigentlich verhindert werden sollte. Trotz dieser Kritik ist die Yasuní-ITT-Initiative wohl das bislang prominenteste Projekt im Kontext von Buen Vivir und muss als wichtiger Schritt in der Entwicklung einer zukunftsweisenden und nachhaltigen Klima-, Biodiversitäts – und Umweltpolitik unter Berücksichtigung lokaler und regionaler kultureller sowie traditioneller Werte gesehen werden. Leider verkennt das deutsche Entwicklungsministerium unter Minister Dirk Niebel den Kern dieser revolutionären Idee und lehnt die Einzahlung in den Treuhandfonds ab. Zur Ehrenrettung sei aber gesagt, dass die deutsche Bundesregierung inzwischen dennoch bereit ist, sich mit über 24,5 Mio. Euro am Schutz des Yasuní-Nationalparks zu beteiligen.

Das Entwicklungsverständnis von Buen Vivir

Im Gegensatz zu westlichen Vorstellungen gibt es im Buen Vivir keine „Unterentwicklung“ welche überwunden werden müsste. Vielmehr ist es ein holistischer Lebensansatz, in dem der soziale Fortschritt im Mittelpunkt steht. Das eine gute Leben gibt es nicht. Es konstruiert sich ständig neu und reproduziert sich in enger Beziehung zur Natur. Dem gängigen Wachstumsverständnis, das auf massivem Rohstoffverbrauch beruht und einen endlos belastbaren Markt voraussetzt, wird im Buen Vivir klar widersprochen. Wachstum stellt kein erfolgversprechendes Modell mehr dar, sondern könnte im Gegenteil im „kollektive[n] Selbstmord“ (Alberto Acosta, ehemaliger Präsident der verfassungsgebenden Versammlung und Minister für Energie und Bergbau in Ecuador) enden. Buen Vivir schlägt also einen zivilisatorischenWandel vor. Zwar hat sich das Konzept aus der Tradition der indigenen und andinen Bevölkerung Lateinamerikas entwickelt und muss daher in starker Kontextbezogenheit gesehen werden Es ist nicht einfach auf andere Kulturen übertragbar. Allerdings existieren in vielen Ländern ähnliche Konzepte – wie zum Beispiel Ubuntu, ein Lebenskonzept aus Südafrika.

UBUNTU- EIN AFRIKANISCHES KONZEPT

Ubuntu bedeutet in Zulu und Xhosa „Menschlichkeit“. Ursprünglich kommt dieses auf jahrhundertelangen Überlieferungen beruhende Konzept aus Südafrika. Es existiert jedoch unter verschiedenen Namen in vielen anderen afrikanischen Ländern. Grundlegender Gedanke des Ubuntu sind Werte für politisches Handeln, die davon ausgehen, dass der Mensch Teil eines Ganzen ist und das Bewusstsein des Kollektivs nicht aus den Augen verlieren soll. Gepaart mit Solidarität, Gleichheit, Respekt und menschlicherWürde überträgt sich Ubuntu von der individuell-moralischen auf die auf die kollektiv-politische Handlungsebene.

“a human being is a human being, because of other human beings” Ubuntu Sprichwort

Nationale Identität durch Ubuntu

In Südafrika erlangte Ubuntu nach dem Ende des Apartheidregimes neue Aktualität. Nelson Mandela brachte es als Präsident in den gesellschaftlich-politischen Diskurs ein. 1995 wurde Ubuntu in die Ziele der Community Charter des Afrikanischen Nationalkongress (ANC) mit aufgenommen. Es sollte einen Beitrag zur Nationsbildung des neuen Staats leisten und die gemeinsamen Interessen und Werte der Gesellschaft betonen. Im selben Jahr erweiterten die Richter des verfassungsgebenden Gerichts das Konzept von Ubuntu um menschenrechtliche Aspekte und bezeichneten Ubuntu als ein anzustrebendes wertebasiertes Konzept gegenseitiger menschlicher Achtung und Respekt. Das zunächst auf traditionell afrikanischen Werten basierende Konzept wurde so zu einem realisierbaren Leitfaden für ein gemeinsames gesellschaftliches Leben in Südafrika. In den folgenden Jahren stellte sich jedoch heraus, dass das Konzept wenig Beachtung und Wirkung auf nationaler politischer Ebene entfaltete. Trotzdem hat es nach dem Apartheitsregime einen Beitrag zur Identitätsbildung eines neuen Staates beigetragen.

Bildung mit Ubuntu

Eine Beispiel dafür, wie Ubuntu in der südafrikanischen Gesellschaft konkret zum Tragen kommt, ist der „Ubuntu Education Fund“. Der Fonds unterstützt Projekte in der Lebensgrundsicherung, Gesundheitsversorgung und Bildung von Kindern in Port Elisabeth. Lokale Initiativen und Projektgründungen werden unterstützt und bei ihrem Aufbau begleitet. Den Projekten unterliegt die Verpflichtung zu gegenseitiger gemeinschaftlicher Verantwortung, dem Grundgedanken von Ubuntu.

COMMONS

Das Konzept der Commons ist ein eigenes Konzept, das in seinem Grundverständnis aber dem Buen Vivir und Ubuntu nahe steht. Damit gehört es zu einer Reihe mit verschiedenen Ansätzen der Postwachstumsökonomie. Commons sind neben Markt und Staat eine andere Quelle des Wohlstands. Sie stellen die Grundlage des gemeinsamen sozialen Lebens dar und lassen sich in vier Ebenen unterteilen:

  1. Die Ebene der Natur erkennt eine gemeinschaftliche Nutzung vonWasser,Wäldern, Boden, Fischgründen, Artenvielfalt, Luft an. Jeder Mensch hat darauf Zugriff und kann diese nutzen.
  2. Die Ebene des Sozialen bezeichnet den Öffentlichen Raum, wie Plätze, Parks, öffentliche Gärten sowie Feierabend und Freizeit als Grundlage für die Entstehung sozialer Netzwerke.
  3. Die Ebene der Kultur beinhaltet Sprache, Erinnerung, Gebräuche. Der Mensch kann sich hier neben seinem eigenen Geist auch auf die Leistung anderer verlassen.
  4. Die digitale Ebene meint den freien Zugang zu Datenbeständen (wie Software Codes, Texte, Bilder, Musik)und deren freie Navigation, um Produktion und gesellschaftlichen Austausch zu fördern.

Better-Life Index
Der Better-Life Index ist eine von der OECD initiierte Messung der Lebenszufriedenheit in OECD-Ländern, als Ergänzung zum Bruttoinlandsprodukt. Der Better-Life Index misst „weiche“ Faktoren wie Lebenszufriedenheit, Gesundheitszustand, Bildungsniveau oder die Work-Life-Balance.

WIE LASSEN SICH DIE VERSCHIEDENEN ANSÄTZE VOMGUTEN LEBEN IN DIE POLITIK ÜBERSETZEN?

Die Beispiele von Buen Vivir und Ubuntu zeigen, dass es weltweit Initiativen gibt, um wertebasierte traditionelle Konzepte in den politischen Diskurs einzubringen und für politische Entscheidungen handlungsweisend zu machen.

Allerdings gibt es in den lateinamerikanischen Gesellschaften keineswegs einen gesellschaftlich breit verankerten Konsens. In Ecuador z.B. wird „Buen Vivir“ durchaus auch als Deckmäntelchen und Diskurs missbraucht, während sich die politische Führung gleichzeitig zur Ausbeutung von Rohstoffen bekennt, jetzt verstärkt in den Bergbau einsteigen will, die aufkommenden kritischen soziale Bewegungen einschüchtert und Umweltschutzmaßnahmen weiterhin auf kleiner Flamme hält. Mit diesen Widersprüchlichkeiten gilt es umzugehen.

Buen Vivir und Ubuntu lassen sich nicht eins zu eins in deutsche Politik übertragen. Die verschiedenen Ansätze zum guten Leben bieten als positives Konzept jedoch einen interessanten Beitrag zur Wachstumsdebatte. Es kann dazu beitragen, die sozialökologische Transformation auszugestalten und den Fokus auf Lebensqualität und die Rechte der Natur zu lenken. Das gute Leben steht der Finanzialisierung von Natur entgegen, wie sie durch die Konzepte von „Green Growth“ oder „Green Economy“ derWeltbank und des United Nations Environmental Programme (UNEP) vorangetrieben wird.

„Afrika hilft Europa“ Zitat aus dem Film zum Projekt ADOPTED

Will man das gute Leben für den hiesigen Diskurs umsetzen, muss außerdem unser Konzept von Entwicklung hinterfragt und unsere darin versteckten Machtansprüche aufgegeben werden. Das wäre ein echter Fortschritt, denn die alten Nord-Süd-Denk-Schemata passen nicht mehr auf die Welt von heute.

Hier einige Hinweise, an welche Konzepte und Ideen man anknüpfen kann:

Umwelt

  • Die Yasuní-ITT-Initative als wegweisendes Beispiel: Statt für kurze Zeit Ressourcen zu extrahieren, könnten Kompensationszahlungen zu selbsttragenden Entwicklungen führen.
  • Urban gardening und Urban farming Projekte fördern: in Großstädten wie Lagos werden freie Flächen genutzt, um Obst und Gemüse anzubauen. Dies fördert die regionale Produktion, die städtische Versorgung und kultiviert gleichzeitig ungenutzte Flächen in Großstädten.
  • Cradle to Cradle: Ökoeffektivität durch Kreislaufwirtschaft: Ressourcenschonendes Produktdesign und -promotion, um alle Bestandteile zurück in den Nährstoffkreislauf führen zu können.

Kultur

  • Projekte zum internationalen Kulturaustausch wie: „Aktion Afrika“ des Auswärtigen Amtes zusammen mit PartnerInnen wie dem Goethe Institut, dem DAAD und den deutschen politischen Stiftungen ausbauen. „Aktion Afrika“ führt in Deutschland und in afrikanischen Ländern Projekte durch, von Konzerten und Ausstellungen bis hin zu Stipendien- und Graduiertenprogrammen.
  • Projekte wie die Stiftung Futur II, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, durch die Bekanntmachung von erfolgreichen ökologischen, sozial oder ökonomisch nachhaltigen Kleinprojekten zu berichten, um zum eigenen Handeln anzuregen
  • Idee der Heinrich-Böll-Stiftung zu einem Fonds für Ästhetik und Nachhaltigkeit aufgreifen. Er soll den im Politik- undWissenschaftsbetrieb zerschlissenen Begriff Nachhaltigkeit mit neuer Kraft versehen werden. Der Ansatz ist, Ästhetik und Nachhaltigkeit wechselseitig miteinander zu verknüpfen.

Bildung

  • Stipendienprogramme, wie sie im Rahmen von Buen Vivir in Ecuador stattfinden, unterstützen. Dabei können ecuadorianische StudentInnen mit Hilfe eines Stipendiums einen Abschluss im Ausland machen, um anschließend in ecuadorianischen KMUs zu arbeiten.
  • Ländereigene Bildungsinitiativen, wie den Ubuntu Education Fund aus Südafrika fördern und Berücksichtigung von traditionellem und indigenem Wissen in den nationalen Curricula
  • Dem „digital divide“ entgegenwirken: Zugang zu digitalen Medien vergrößern, z.B. durch Projekte wie die „One Laptop per Child“-Initiative, die 2005 einen Laptop für den Schulgebrauch in Entwicklungsländern entwickelte, der Preis pro Laptop betrugen 100 Dollar.
  • Reverse-Freiwilligenprogramme wie Zugvögel ausbauen, welches Jugendlichen aus anderen Ländern ein freiwilliges soziales Jahr in Deutschland ermöglicht. Das Programm weltwärts entsendet bislang nur Freiwillige von D ins Ausland.

Wirtschaft

  • Regionale Initiativen undWirtschaftskreisläufe unterstützen, wie z.B. die Firma buzzn, welche Stromgeber und -nehmerInnen zusammen bringt, die lokal und gleichberechtigt mit selbsterzeugtem Strom aus erneuerbaren Quellen handeln
  • Nichtregierungsorganisationen als „watch-dogs“ unterstützen bei der Kontrolle von Unternehmen hinsichtlich ihrer menschenrechtlichen, sozialen und ökologischen Verpflichtungen.
  • Konzept des Social Business fördern, also einWirtschaften, das nicht auf reine Gewinnmaximierung zielt, sondern auch zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beiträgt. Beispiele für Social Business sind Mikrofinanzierungen oder Umweltbanken
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