Tribunal Rechte der Natur: Impressionen

Bonn Rights of Nature Tribunal 2017

Zum 4. Mal tagte das Tribunal „Rechte der Natur“, diesmal parallel zur COP 23 in Bonn.
Es waren beeindruckende 2 Tage. Indigene Zeug*innen der Naturzerstörung berichteten aus Bolivien, Brasilien, Ecuador, Franz. Guyana, Nigeria, Schweden, Spanien und den USA über ihre Erfahrungen durch Rechtsverletzungen auf ihren Territorien.
Kein Wunder, dass das Tribunal das Fazit zog, dass die legalen Systeme nicht dafür taugen, den Klimawandel zu verhindern und die Natur zu schützen.

Hier noch einige Impressionen:Foto Hana Begovic: Ruth Nyambura, Fernando Solanas, Alberto Acosta, Ute Koczy

Standing Rock USA: eine Pipeline quer durch Indianerland

Dallas Goldtooth erläutert die Situation für die Sioux Indianer, die gegen die Durchleitung der Erdölpipelne über ihr geheiligtes Land protestieren.

 

Russland und Kohletagebau

 Yana Tannagesheva kämpft für die Organisation „Revival of Kazas and the Shor people“ gegen den Kohlebergbau,

Besonders beeindruckend das Video, welches die zerstörerische Szenerie des offenen Grube beschreibt:

 

Amazonas in Gefahr: Berichte aus Ecuador, Brasilien und Boliven
Der Kampf im Nationalpark  Yasuní gegen die Ölförderung ist verloren. Dieses Juwel an Wald mit seiner exorbitanten Artenvielfalt wird mehr und mehr durch Baumfällungen und Straßen vernichtet. Die Rechte, die der Natur in der Verfassung gegeben worden sind, wurden an einer anderen Stelle der noch jungen Verfassung wieder eingeengt. Somit gewannen auch in Ecuador die wirtschaftlichen Motive gegenüber den Rechten der Natur.

Weiter südlich kämpfen die Sarayaku-Indianer gegen einen Ölkonzern, der auf ihrem Land gegen ihren Willen Ölbohrungen vorantreiben will. Mirian Cisnerio, Präsident ihres Volkes, bringt diesen Fall vor das Tribunal.

Der Goldtagebau bedroht einheimisches Land auch in Franz. Guyana

Christopher Pierre, von den Jungen Indigenen von Guyana beschreibt die verzweifelte Situation so: „We are facing a monster. And this monster is called capitalism“ (Wir stehen einem Monster gegenüber. Und dieses Monster heißt Kapitalismus). Mehr dazu:
https://therightsofnature.org/

 

 

 

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Tribunal „Rights of Nature“ in Bonn, 7.-8.11.17

Status

Zu Beginn der  23.UN-Klima-Konferenz in Bonn startet für 2 Tage dieses Tribunal gegen die Naturzerstörung auf dem Planeten:

Bonn Rights of Nature Tribunal 2017

Das 4. Internationale Tribunal „Rechte der Natur“ greift 7 verschiedene Fälle der Naturzerstörung auf u.a. Fracking, REDD+, Braunkohle/Hambacher Forst, Standing Rock, Wasserprobleme in Spanien, Amazonas (mit Beispielen aus Ecuador, Brasilien, Bolivien, Franz. Guyana).  Ziel ist es, zum Schutz der Natur ihr juristische „Rechte“ zu verleihen, diese anzuerkennen und damit auch zu verteidigen. Als Vorbilder, wo solche Rechte der Natur verankert wurden, dienen die Verfassungen von Ecuador und Bolivien. Die „Universellen Erklärung der Rechte der Natur“, die auf der Konferenz in Cochabamba im Jahr 2012 per Akklamation durch 35 000 Teilnehmer*innen stattfand, wird inzwischen durch mehr als  825 000 Unterschriften unterstützt.

Am Dienstag trete ich „Richterin“ für den Fall „Hambacher Forst“ und die Bedrohung durch die Braunkohle auf.

Eröffnung dieses 4. Tribunals durch Präsident Tom Goldtooth (Indigenous Environmental Network ; Dine’ Dakota, Turtle Island-United States)

Als Richter*innen fungieren:
Cormac Cullinan (Wild Law Institute, South Africa)
Osprey Orielle Lake (WECAN, United States)
Alberto Acosta (Former Constitutional Assembly President, Ecuador)
Simona Fraudatario (Permanent People’s Tribunal, Italy)
Shannon Biggs (Movement Rights, United States)
Fernando «Pino» Solanas (Argentinian Senator, Argentina)
Ute Koczy (Urgewald E.V., former German Parlamentarian, Germany)
Ruth Nyambura (African Ecofeminists Collective, Kenya)

Staatsanwälte für die Erde:
Ramiro Ávila (Universidad Andina Simón Bolívar, Ecuador)
Linda Sheehan (Planet Pledge, USA)

Sekretariat:
Natalia Greene (Global Alliance for the Rights of Nature, Ecuador)

Anmeldung: http://therightsofnature.org
November 7th & 8th 2017 (8h-19h) LVR-Landesmuseum, Colmantstr. 14-16, 53115 Bonn, Germany
Kontakt : Natalia Greene (GARN Secretariat) – nati.greene@gmail.com – +593 99 944 3724

HIer der Link zur Presseveröffentlichung:  Press Release – Tribunal

Twitter: #RONTribunalBonn
Facebook: https://www.facebook.com/events/1399295643521743/

 

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Filmtipps aus Ecuador

Der Detmolder Filmemacher Siegmund Thies hat diverse Filme zur Nutzung in der Bildungs- und Informationsarbeit gemacht. Thies ist Medienpädagoge, TV-Journalist, Dokumentarfilmer und Kameramann. Nachdem er in den 90er Jahren als Fernsehjournalist nach Quito kam, arbeitet er seit Jahren als Medienberater und Filmemacher mit indigenen Gemeinden im Amazonas. Viele seiner Produktionen verstehen sich als Beitrag zur Anerkennung der politischen Forderungen der Amazonas-
Völker.

Die neuesten Film der Reiseschule NA VAVEVA sind zu finden unter:

Deutsche Version (mit Untertitel)

spanische Version:

Hier der Link zum Film „Die Gier nach Öl“ von 2015. Dieser beschreibt die Situation der Indigenen sowie die Bedrohung durch die Ölförderung. So erhält man Einblicke in die Auseinandersetzung um das Gebiet ITT im Amazonas, welches vor diesen Eingriffen eigentlich geschützt werden sollte.

>https://youtu.be/VhzPqFn_yOc

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Ecuador im Wahljahr 2017

Auch in Ecuador wird 2017 gewählt. Die Amtszeit des jetzigen Präsident Rafael Correa endet am 24.5.2017. Correa machte Schlagzeilen, da er zunächst die Initiative ITT zum Schutz des Regenwaldes vor der Ausplünderung durch die Ölförderung vorantrieb und dann die Ausbeutung erlaubte.

Am 23.Dezember gab es wieder Schlagzeilen aus Ecuador. Die Umweltorganisation Acción Ecológica stand vor Schließung. Nicht nur wegen den langjährigen Aktivitäten, sondern auch weil die NGO sich erneut in die Rohstoffpolitik einmischt und gegen eine Kupfermine Widerspruch einlegt und die Shuar-Indianer in ihrem Widerstand unterstützt.

Hierzu schrieb Amazonwatch (http://amazonwatch.org/news/2016/1223-new-witch-hunt-in-ecuador-against-indigenous-and-environment-defenders)

„On Tuesday, Ecuador’s Environment Ministry announced its intention to shutter Acción Ecológica, the country’s leading grassroots environmental organization and one of the founders of the Keep It In The Ground movement, which has become a global call to support the scientific mandate to keep all remaining fossil fuels in the ground. The government made clear that the move was a direct response to the group’s efforts to raise awareness – like tweeting and posting blogs – about environmental and indigenous rights concerns over a planned copper mega-mine on the lands of the Shuar indigenous people in the southern Ecuadorian Amazon. That very same evening, the national police raided the offices of the Shuar federation, FICSH, and detained its president, Agustín Wachapa, who is still being held.“

Doch internationale Presse und Druck waren so stark, dass das Verfahren fallen gelassen wurde und Acción seit Mitte Januar wieder aktiv werden kann. Doch die Auseinandersetzungen im Gebiet der Shuar-Indianer gehen weiter.

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Yasuní – alte und neue Öllasten!

Das Ringen um die Zukunft des Nationalparks in Ecuador geht weiter. Gerne verweise ich hierzu auch auf das aufschlussreiche Interview in den Lateinamerikanachrichten mit Esperanza Martinez (Ausgabe 480).
Sie ist eine langjährige Aktivistin, die seit fast 30 Jahren die Ölförderung im Amazonas kritisch begleitet. Ihr Engagement leistet sie für die Nichtregierungsorganisationen accion ecologica und oilwatch-Ecuador.
Sie war es auch, die damals die Toxic-Touren zu den Ölseen im Amazonas mit initiert hat. Diese Ölteiche sind giftige Altlasten aus vergangenen Jahrzehnten, um deren Entsorgung man seit mehr als 12 Jahren vor Gericht kämpft. Angesichts dieser bleibenden Umweltkatastrophen ist die weitere Belastung des sensiblen Gleichgewichts im Amazonas durch weitere Ölförderungen höchst problematisch.

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Hier geht es zum link:

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Lizenz zum Fördern: Yasuní-ITT für Schwerölausbeute weiter mißbraucht

Lizenz zum Fördern: Yasuní-Nationalpark wird im Block-ITT für Schwerölausbeute mißbraucht

Die Ticker brachten die Neuigkeiten am Freitag, den 23. Mai 14 über den Atlantik. Der Yasuní-Nationalpark wird auch unter dem linken Präsidenten Rafael Correa kurzsichtigen Interessen geopfert.  Nun hat der Staat Ecuador die Förderlizenz im Gebiet ITT an die staatseigene Ölfirma erteilt.  Weiterlesen

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Yasuní-ITT und weitere Infos

Was wird aus dem Nationalpark Yasuní in Ecuador? Gibt es Neuigkeiten aus der deutschen Szene? Weiterlesen

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Ecuador: Eindrücke der Sommerreise 2012 in den Amazonas/Yasuní

„Yasuní-ITT: It had changed the narrative” so die Bewertung von Ministerin Espinoza. Aber das heißt noch lange nicht, dass im Gebiet des Nationalparks Yasuní die Ölförderung beendet wird.

Es war meine erste touristische Reise nach Ecuador. Fünfmal habe ich innerhalb von 10 Jahren das Land besucht. Bei diesem Mal wollte ich auch einmal privat die Gelegenheit nutzen, auch außerhalb von politischen Pfaden Ecuador besser kennenzulernen. Dennoch spielte natürlich die Zukunft des Yasuní-Nationalparks eine wichtige Rolle auf der Reise.

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Weltkulturerbe schützen – Reisebericht Oktober 2011

Weltnaturerbe Yasuní schützen – auf Delegationsreise in Ecuador

Aras, Boas und Totenkopfäffchen – für mich als Reisende in den Amazonas blieben keine Wünsche offen. Aber die dauerhafte Rettung des Yasuní-Nationalpark ist eine Mammutaufgabe.

Eine Lösung finden – unter diesem Motto reisten wir vier Abgeordneten vom 5.-10.Oktober 2011 nach Ecuador. Auf Einladung der Verhandlungsführerin der ecuadorianischen Regierung für die ITT-Initiative, Ivonne Baki, fuhren Delegationsleiter Volkmar Klein (CDU), Lothar Binding (SPD), Sabine Stüber (Linke) und ich im Auftrag des Bundestages zu offiziellen Gesprächen nach Quito und in den Yasuní-Nationalpark.

Zum Hintergrund:
Aktuelle wissenschaftliche Studien belegen, dass der Yasuní-Nationalpark im Amazonas von Ecuador in der artenreichsten Region des gesamten amerikanischen Kontinents liegt. Er gehört damit zu den wichtigsten „Hot-Spots“ der Biodiversität der Welt. Doch dieses Paradies ist bedroht, nicht nur durch Abholzung, sondern vor allem durch Ölförderung. Nach über 40 Jahren einer umweltschädigenden Ölförderung trat 2007 der frisch gewählte Präsident Rafael Correa an die Weltöffentlichkeit und schlug vor, dass die riesigen Ölfunde unter einem kleinen Teil des Yasuní nicht gefördert werden sollen. Stattdessen sollte sich die internationale Gemeinschaft dazu bereit erklären, die Hälfte der entgangenen Einnahmen zu kompensieren.
In Deutschland stieß dieser innovative Vorschlag auf große Resonanz und wurde vom gesamten Bundestag unterstützt. Die Regierung erhielt damals den Auftrag, nach Wegen zu suchen, die Idee umzusetzen. Die Lösung hieß, dass ein Treuhandfonds gegründet werden sollte, damit die dort eingehenden Mittel für Maßnahmen und Projekte in Ecuador genutzt werden könnten. Doch nach dem Regierungswechsel in Deutschland kam es zum Meinungsumschwung im Entwicklungsministerium. Eine Einzahlung in den Treuhandfonds kommt für Minister Dirk Niebel (FDP) nicht in Frage, allerdings steht die Option der Unterstützung für andere soziale Projekte und Waldschutzmaßnahmen. Da Präsident Correa angekündigt hat, dass beim Nichterreichen von Einzahlungen von 100 Mio. USD bis Ende 2011 das Öl gefördert werden würde, droht das Scheitern dieser innovativen Idee.
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Öl versus Wald – warum der Erhalt des Regenwaldes wichtig ist

Öl versus Wald: „Yasunisieren“ wir die Welt!

Ecuador hat der Welt 2007 einen Aufsehen erregenden Vorschlag unterbreitet: Die ecuadorianische Regierung will sich verpflichten, 846 Millionen Barrel Erdöl, die unter einem Teil des Nationalparks Yasuní liegen, in der Erde zu lassen. Als Kompensation dafür sollen der geschätzte Gegenwert von über 7,5 Milliarden USD zur Hälfte durch die internationale Gemeinschaft ersetzt werden. In einem ersten Schritt sollen bis Ende diesen Jahres 100 Millionen Dollar in den Fonds des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) eingezahlt werden. Danach will die Regierung Ecuadors die Ergebnisse des Aufrufs evaluieren. Internationale Unterstützung ist dringend notwendig!

Unter dem Titel: „Öl versus Wald: Ist Yasuní noch zu retten?“ lud die Heinrich Böll Stiftung in Kooperation mit dem Klimabündnis und Oro Verde am 13.10.2011 zu einer Podiumsdiskussion. Ivonne Yánes von Acción Ecológica stellte auf der sehr gut besuchten Veranstaltung dar, wie ecuadorianische Umweltorganisationen den aktuellen Stand der Yasuní–Initiative bewerten. Ihre Ausführungen machten deutlich, wie tief die Initiative in der ecuadorianischen Zivilgesellschaft verankert ist. Diese Unterstützung für Yasuní ist beeindruckend – innerhalb der ecuadorianischen Bevölkerung herrscht ein breiter Konsens, das Öl im Boden zu lassen, die Yasuní-Kampagne genießt in Ecuador eine enorme Popularität. Indigene Gruppen, NGOs, aber auch Kinder und Jugendliche kämpfen gemeinsam für Yasuní. In den Ausführungen von Ivonne Yánes wurde deutlich, dass der Vorschlag zum Verzicht auf die Ölförderung von Präsident Rafael Correa auf einer jahrelangen Vorarbeit zivilgesellschaftlicher Gruppen basiert. Gleichzeitig zeige die öffentliche Unterstützung der Yasuní-Initiative jedoch auch, dass mit ihr ein gesellschaftlicher Wandel einhergeht, und zwar unabhängig von der Haltung der ecuadorianischen Regierung. In der ecuadorianischen Verfassung ist seit 2007 eine weitreichende Anerkennung der Rechte der Natur (Artikel 407) verankert. Die kann jedoch vom Präsidenten ausgehebelt werden kann, es sei denn Parlament oder Volksbefragung sehen dies anders. Dennoch: Die Yasuní-Initiative ist zukunftsweisend für den Übergang in das Post-Öl-Zeitalter. Sie geht weit über den reinen Waldschutz hinaus. Gerade aus diesem Grund sind die von Minister Niebel alternativ vorgeschlagenen REDD-Instrumente, die Klimaschutz über Marktmechanismen herstellen sollen, kein adäquater Ersatz für die Initiative zum Schutz des Nationalparks Yasuní-ITT.

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