Beyond Aid – In Frankfurt große Konferenz zu neuen Formen der EZ

Beyond Aid: Von Wohltätigkeit zu Solidarität
Konferenz in Frankfurt, 20.-22.Feb.14

Riesenandrang: Über 600 überwiegend junge Menschen wollten wissen, warum gut gemeinte Hilfsbemühungen scheitern und wie solidarisches Engagement heute beschaffen sein muss.

Es waren drei spannende Tage, wie mir von vielen bestätigt wurde, als ich am Samstag dazukam. Selbst die vier Veranstalter -Stiftung Medico International, Heinrich-Böll-Stiftung, Institut für Sozialwirtschaft und Rosa-Luxemburg-Stiftung- waren von der großen Resonanz überrascht. Sie hatten dafür gesorgt, dass es hochkarätige Panels gab und den selbstkritischen Rahmen gesteckt.

„Wohltätigkeit ist die Ersäufung des Rechts im Mistloch der Gnade“. Das Zitat, das im Begleitheft Pestalozzi zugesprochen wird, beschreibt die große Irritation über den vielfachen Mangel des Erfolges von Hilfsangeboten. Also was tun? Wenn Hilfe süsses Gift ist und nur eine Legitimationstrategie von Priviligierten , was heißt dies konkret, wenn man doch was verändern will? Oder es eine Schutzverantwortung gibt?

Und ist die Frage der Global Governance auch nur ein hegemonialer Trick? Einer, den übrigens auch Teile der Nichtregierungsorganisationen unterliegen, weil sie z.B. die „Opfererzählung“ mitmachen und z.B. für die Spendensammlung nutzen?

Sehr überzeugend fand ich die Positionierung von Armando Di Negri. Er machte deutlich, dass es doch bei Demokratie darum gehe, soziale Gerechtigkeit herzustellen. Deshalb sei es wichtig Demokratie zu stärken. Doch man solle sich nicht täuschen. Veränderungen lassen sich vorranging im nationalen Kontext vorantreiben: Konkret und indem man den vorhandenen Raum nutzt. Daher auch seine Aufforderung, dass politische Bildung verbessert werden müsse!
14 Beyond Aid Abschluss
Wenn Wilfried Telkämper im Abschlussstatement sich über die große Resonanz der Veranstaltung freute, den lang nicht mehr gehörten Begriff der Zärtlichkeit von Solidarität erneuerte und Barbara Unmüßig darauf hinwies, dass kritische Distanz gewahrt werden muss, wenn z.B. die Formung der Sustainable Development Goals (SDG) ohne die Betroffenen stattfindet, dann war im vollen Saal zu spüren, dass dies Veranstaltung an der Universität Frankfurt erfreulich viele und wichtige Impulse auslöste. Bitte weiter so!

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